Um aus den momentanen Schwierigkeiten und der Dunkelheit herauszukommen, benötigt Venezuela internationale Hilfe. Insbesondere die deutschen Medien und deutsche Journalisten könnten die Venezolaner viel mehr unterstützen.

Augenblicklich erleben die Venezolaner nicht nur einen der ohnehin schon häufigen Stromausfälle; sondern dieser dauert sehr viel länger als normal. Mittlerweile sind es über 72 Stunden und er erstreckt sich nahezu über das gesamte Land.

So eine Episode ist erstmalig in der venezolanischen Geschichte zu finden. Sobald ist auch nicht zu erwarten, dass die Stromversorgung wieder hergestellt wird. Anzunehmen, dass dies einfach zu bewältigen ist, ist falsch.

Im ölreichsten Land der Welt ist es bereits schwierig, Gas zum Kochen zu bekommen. Gasflaschen werden nicht direkt an die Haushalte geliefert, der Staat ist der einzige Vertreiber, und Lieferungen oder Verkäufe von Gasflaschen erfolgen ohne Plan und mehr oder weniger willkürlich.

Seit einiger Zeit werden Gasflaschen auch meist in US Dollar verkauft, dies ist in einem Land, wo man in Landeswährung (Bolivar) verdient und wo es sehr schwierig bzw. verboten ist, Fremdwährungen in bar zu erhalten für den Normalbürger nahezu unmöglich.

Die Diktatur in Venezuela hat die Venezolaner dazu gezwungen, sich in die Steinzeit zurückzuziehen

Bis letzten Donnerstag (07.03.19) hat man den Mangel an Gas kompensiert, indem wer immer es konnte, elektrisch kochte. Es gab also Ersatzmöglichkeiten. Im Moment, ohne Gas oder Strom ist die einzige Alternative auf offenem Holzfeuern zu kochen.

Die Wasserversorgungsunternehmen brachen ebenfalls zusammen, da in vielen Fällen das Wasser mit Elektropumpen verteilt wird.

In vielen Häusern und Gebäuden verfügt man über Brunnen, Tanks und Wasserpumpen. Diese können aber ohne Strom nicht funktionieren. Hinzu kommt, dass in den meisten Orten das Wasser nur minderwertig aufbereitet wird und es daher abgekocht werden muss, bevor man es trinken kann.

Es herrscht also ein Teufelskreis, es gibt kein Gas, es gibt keinen Strom, es gibt kein Wasser.

Am Nachmittag dieses Samstags, dem 23. Februar, fand am Stuttgarter Schlossplatz eine Demonstration für die Freiheit Venezuelas statt.

Josmar Marín, Organisatorin der Demonstration, betonte, dass es wichtig sei, die Weltbevölkerung für das Geschehen in Venezuela zu sensibilisieren, wo das Regime des Nicolás Maduro es ablehnt humanitäre Hilfe durchzulassen, die zum Abtransport in Kolumbien bereit steht.

„Wir appellieren an die Menschlichkeit eines jeden Venezolaners.“

Josmar Marín, Organisatorin der Demonstration in Stuttgart

„Wir schließen uns dem Aufruf Venezuelas an uns, zur Unterstützung des Zugangs zu humanitärer Hilfe, zu versammeln… Und wir appellieren an die Menschlichkeit eines jeden Venezolaners“, sagte Marín, die auch betonte, dass es zwar gut sei Beistand aus vielen Ländern zu erhalten, jedoch sei die Unterstützung der Venezolaner außerhalb und insbesondere innerhalb Venezuelas in diesen Momenten entscheidend, ohne zu vergessen, dass „die humanitäre Krise uns alle gleichermaßen betrifft – ohne irgendeine politische Unterscheidung.

Demonstration für Venezuela in Stuttgart 23.02.19

Die Demonstration als Zeichen der Unterstützung für den Erhalt humanitärer Hilfe.

Sonia Urbano, eine der Organisatorinnen der Demonstration, sagte: „Wir sind hier, um den Zugang von humanitärer Hilfe zu ermöglichen, wir erheben unsere Stimmen, damit die Nationalgarde den Zugang ohne Gewalt ermöglichen wird“.

Die Teilnehmer dieser Demonstration vereinten ihre Stimmen, um zu fordern, dass sich die venezolanischen politischen und militärischen Einheiten an die nationale Verfassung und an die Gesetze halten, und die humanitäre Hilfe durchlassen, die so viele Menschen dringend benötigen.

Mit solchen Werbebanner bekundeten die Teilnehmer ihre Unterstützung für den Einlass von humanitärer Hilfe:

Maria Eugenia Rodríguez, eine der Teilnehmerinnen der Demonstration in Stuttgart, bat die an der Grenze lebenden Menschen, „zu verstehen, dass die Zukunft Venezuelas in ihren Händen liegt und von ihnen abhängt, dass dies baldmöglichst geschieht und der beste Weg ist.“

Auf der anderen Seite betonte Cecilia Schwarzerer, die auch bei der Kundgebung anwesend war: „Heute ist ein großartiger Tag für Venezuela, weil endlich humanitäre Hilfe kommt und die Venezolaner, die im Ausland sind, mit ihrer Anwesenheit unterstützen, über das Sprechen was in Venezuela geschieht und mit ihrer Energie aus der Ferne unterstützen, dass es passiert.“

Während die Lage an der venezolanisch-kolumbianischen Grenze nach wie vor angespannt ist, appellieren alle Venezolaner auf der Welt an das Gewissen derer, die sich jetzt in Machtpositionen befinden, um korrekt zu handeln, das Gesetz einzuhalten und die ethischen Werte einzuhalten, die uns als Menschen definieren.

Folge unserer Seite diese Woche, weil wir Venezuela im Auge behalten werden.

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